Die besten Grafikkarten für BOINC

Viele haben wahrscheinlich schon vom BOINC-Projekt gehört. Tausend Teilnehmer helfen mit Heimrechnern mehr oder weniger wissenschaftliche Probleme zu lösen. Einige der Projekte, wie Einstein@Home und MilkyWay@Home, benutzen nicht nur den Prozessor, sondern auch die Grafikkarte. Teilweise werden die Berechnungen durch die Grafikkarte um Faktor 10 und mehr beschleunigt.

Die meisten Projekte setzen eine Grafikkarte mit Unterstützung von OpenCL 1.1+ und der Doppelten Genauigkeit voraus oder rechnen damit einfach schneller. Im Prinzip geht es darum, wie gut die Grafikkarte mit double-Werten umgehen kann. Wer denkt, dass neue Grafikkartenmodelle automatisch schneller sind, der irrt. Insbesondere gilt es für Geforce-Grafikkarten, da ihre Leistung in doppelter Genauigkeit (double precision – DP) in einem festen Verhältnis zur Leistung in einfacher Genauigkeit(SP) steht. Dieses Verhältnis ist bei aktuell modernen Grafikkarten auf Maxwell-Basis mit 1/32 besonders schlecht. Das ist der Grund ältere Geforce-Grafikkarten für wissenschaftliche Berechnungen bessere Leistung liefern, als die neuesten Modelle.

Bildschirmschoner des rosetta@home-Projekts

Bildschirmschoner des rosetta@home-Projekts

Ich habe Wikipedia durchforstet und eine Tabelle erstellt, die Grafikkarten nach ihrer DP-Leistung zeigt. Damit hat man einen Überblick, welche Grafikkarten für BOINC in Betracht kommen. Dargestellt sind nur Grafikkarten mit einer DP-Leistung von über 150 GFLOPS. Schwäche Grafikkarten sind für eine Neuanschaffung nicht zu empfehlen (und sonst wäre die Liste noch länger ;).

Zusätzlich habe ich auch den Thermal Design Power (TDP) Wert angegeben. Dieser stellt in erster Linie nicht die aufgenommene elektrische Leistung dar, sondern ist der Maximalwert für die abgegebene Wärmeleistung des Chips. Trotzdem kann dieser Wert als ein grober Hinweis auf die tatsächliche Leistungsaufnahme gesehen werden.

Die Spalte DP (GFLOPS)/Watt zeigt das Verhältnis der theoretischen DP-Leistung zum TDP-Wert. Natürlich wäre hier die elektrische Leistungsaufnahme viel aussagekräftiger, nur leider kenne ich keine gute Quelle dafür.

Modell SP (GFLOPS) DP (GFLOPS) TDP (Watt) DP (GFLOPS)/Watt
Eine unvollständige Liste von Grafikkarten-Modellen sortiert nach double precision-Leistung
GeForce GTX Titan Z 8122 2707 375 7,22
Radeon HD 8990 8192 2048 375 5,46
Radeon HD 7990 8200 1894 375 5,05
GeForce GTX Titan Black 5121 1707 250 6,83
Radeon R9 295X2 5733 1433 500 2,87
GeForce GTX Titan 4500 1400 250 5,60
Radeon HD 6990 5099 1276,88 375 3,41
Radeon HD 8970 4301 1075 250 4,30
Radeon R9 280X 4096 1024 250 4,10
Radeon HD 7970 3788,8 947,2 250 3,79
Radeon HD 5970 4640 928 294 3,16
Radeon R9 280 3343,9 836 250 3,34
Radeon HD 8950 3315,2 828,8 225 3,68
Radeon R9 390X 5913,6 739,2 275 2,69
Radeon HD 7950 2867,2 717 250 2,87
Radeon R9 290X 5632 704 250 2,82
Radeon HD 6970 2703 675 250 2,70
Radeon R9 390 5120 640 275 2,33
Radeon R9 290 4848,6 606,1 250 2,42
Radeon HD 6950 2253 563 200 2,82
Radeon HD 5870 2720 544 228 2,39
Radeon R9 Fury X 8601,6 537,6 275 1,95
Radeon R9 Nano 8192 512 175 2,93
Radeon HD 6930 1920 480 186 2,58
Radeon R9 Fury 7168 448 275 1,63
Radeon HD 5850 2088 417,6 151 2,77
Radeon HD 5830 1792 358,4 175 2,05
GeForce GTX 780 Ti 5046 210 250 0,84
Radeon R9 285 3290 206,6 190 1,09
Radeon R9 380 3290 206,6 190 1,09
GeForce GTX Titan X 6144 192 250 0,77
GeForce GTX 980 Ti 5632 176 250 0,70
Radeon R9 270X 2688 168 180 0,93
GeForce GTX 780 3977 166 250 0,66
Radeon HD 8870 2560 160 150 1,07
Radeon R9 370X 2560 160 160 1,00

Wie man sieht, sind einige ältere Grafikkarten ziemlich gut, was ihre DP-Leistung angeht. Man sollte vor dem Kauf aber auch die Stromkosten, die auf einen zukommen, berücksichtigen. Dazu verwendet man folgende Formel:

Kosten = (Preis pro kWh) * (Leistungsaufnahme in Kilowatt) * (Betriebsstunden).

Ein Rechenbeispiel: Laut Gamestar hat AMD RADEON R9 280X eine Leistungsaufnahme von 252 Watt (0,252 kW). Wir nehmen an, dass die Grafikkarte 3 Stunden pro Tag läuft. den Strompreis nehme ich mit 0,3 €/kWh an. Die entstandenen monatlichen Kosten belaufen sich dann auf

0,3 €/kWh * 0,252 kW * 3 h * 30 Tage = 6,8 €.

Hat man also einen Grafikkarten-Kauf für BOINC im Kopf, sollte man sich nicht von den niedrigen Kaufpreisen täuschen, sondern auch die Stromkosten berücksichtigen.


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  • Kategorie: Sonstiges
  • Letzte Aktualisierung am: 18. September 2015
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